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Dynamische Preise für Ferienwohnungen: So passt du deine Preise an Saison und Nachfrage an

Maximilian Fritsch · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Wer das ganze Jahr denselben Preis verlangt, ist im Sommer zu billig und im Winter zu teuer. Dynamische Preise passen sich an Saison, Wochentag, Ereignisse und Nachfrage an. Für den Anfang reichen einfache Regeln; Preis-Tools lohnen sich vor allem bei mehreren Wohnungen oder stark schwankender Nachfrage.

Einer der häufigsten Fehler, die ich bei Gastgebern sehe: ein Preis für das ganze Jahr, vielleicht mit einem Sommeraufschlag. Das fühlt sich einfach an, kostet aber doppelt. In der Hochsaison verschenkst du Geld, weil du schneller ausgebucht bist als nötig. In der Nebensaison bleiben Nächte leer, weil der Preis nicht zur Nachfrage passt.

Was „dynamisch“ bedeutet

Dynamische Preise heißt nicht, täglich nervös an Zahlen zu drehen. Es heißt, dass dein Preis zu dem passt, was gerade los ist:

  • Saison: Sommer, Ferien, Feiertage teurer, November bis März günstiger
  • Wochentag: In Städten sind oft die Wochenenden gefragt, an der Küste manchmal ganze Wochen
  • Ereignisse: Messen, Konzerte, Weihnachtsmärkte, Sportveranstaltungen
  • Vorlauf: Wie kurz vor dem Datum ist noch frei?
Gleiche Preise auf allen PlattformenBeispiel
Booking.com129 €
Airbnb129 €
FeWo-direkt114 €weicht ab
Eigene Website125 €Direktrabatt

Ein abweichender Preis auf einer Plattform fällt Gästen sofort auf und kostet Vertrauen.

Preis pro Nacht, gleicher Zeitraum. Direkt etwas günstiger ist gewollt.

Einfache Regeln für den Start

Du brauchst kein Tool, um besser zu werden als ein fester Preis:

  1. Leg drei Saisonzeiten fest: Haupt-, Neben- und Zwischensaison, jeweils mit eigenem Grundpreis.
  2. Plane Wochenend- und Feiertagsaufschläge dort, wo die Nachfrage höher ist.
  3. Trag die großen Ereignisse in deiner Region ein und setze dort die Preise hoch, frühzeitig.
  4. Füll Lücken kurzfristig: Ist eine einzelne Nacht zwei Wochen vorher noch frei, lohnt ein Rabatt oder ein kürzerer Mindestaufenthalt.
  5. Vergleiche regelmäßig: Was kosten vergleichbare Unterkünfte in deiner Nähe für dasselbe Datum?

Wann sich ein Preis-Tool lohnt

Es gibt Programme, die Preise automatisch anhand von Marktdaten anpassen. Sie lohnen sich vor allem,

  • wenn du mehrere Wohnungen hast,
  • wenn die Nachfrage in deiner Region stark schwankt, etwa durch Messen,
  • oder wenn dir die Zeit für regelmäßige Preispflege fehlt.

Wichtig: Auch ein Tool braucht deine Vorgaben, zum Beispiel einen Mindestpreis, unter den du nie gehst. Und es ersetzt nicht dein Wissen über die Region. Schau dir die Vorschläge in den ersten Wochen genau an.

Gleiche Preise auf allen Kanälen

Achte darauf, dass deine Preise auf Airbnb, Booking.com und FeWo-direkt zueinander passen. Große Unterschiede fallen Gästen auf und kosten Vertrauen. Auf deiner eigenen Website darfst du dagegen günstiger sein. Das ist ein guter Grund für Gäste, direkt zu buchen.

Typische Fehler

  • Preise einmal im Jahr festlegen und dann vergessen
  • Zu spät auf Ereignisse reagieren: Die frühen Buchungen für eine Messe kommen sonst zum Normalpreis.
  • Nur auf den Preis schauen: Oft ist der Mindestaufenthalt das größere Problem. Mehr dazu in Lücken im Kalender füllen.
  • Den Preis senken statt das Inserat verbessern: Wenn Gäste dein Inserat gar nicht anklicken, hilft auch ein niedrigerer Preis wenig.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Preise anpassen?

Die Grundpreise für die Saisonzeiten einmal im Jahr, Ereignisse sobald sie bekannt sind, und freie Nächte in den kommenden zwei bis vier Wochen einmal pro Woche.

Machen Rabatte meine Unterkunft billig?

Nicht, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Ein Rabatt für eine einzelne freie Nacht oder für längere Aufenthalte im Winter ist etwas anderes als dauerhaft niedrige Preise.

Sollte ich auf Booking.com und Airbnb denselben Preis nehmen?

Die Plattformen rechnen ihre Gebühren unterschiedlich ab. Wichtig ist, dass der Gast am Ende ähnliche Gesamtpreise sieht. Prüf das, indem du deine eigene Unterkunft auf beiden Plattformen für dasselbe Datum aufrufst.

Über den Autor: Maximilian Fritsch war Account Manager bei Booking.com, ist Superhost auf Airbnb mit seiner eigenen Ferienwohnung in Dresden und berät Gastgeber und Vermietungsagenturen zu mehr Buchungen. Mehr über mich · LinkedIn