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Direktbuchungen für Ferienwohnungen: So sparst du Provision bei Booking.com und Airbnb

Maximilian Fritsch · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Plattformen bringen Reichweite, kosten aber Provision, auf Booking.com in der Regel 12 Prozent. Wer Stammgäste und Wiederholer auf die eigene Website lenkt, spart bei jeder dieser Buchungen die volle Provision. Das Ziel ist nicht, Plattformen zu verlassen, sondern einen ausgewogenen Kanal-Mix aufzubauen.

Viele Gastgeber wissen gar nicht genau, wie viel sie jedes Jahr an Provision zahlen. Wenn ich es mit ihnen ausrechne, ist die Überraschung oft groß. Bei einer gut gebuchten Wohnung kommen schnell vierstellige Beträge zusammen, Jahr für Jahr.

Was die Plattformen kosten

Die genauen Sätze hängen von Land, Vertrag und gewählten Programmen ab. Als grobe Orientierung:

  • Booking.com: in der Regel 12 % Provision auf den Buchungsbetrag, mehr bei Sichtbarkeits-Programmen.
  • Airbnb: in der Regel eine einheitliche Servicegebühr von 15,5 % des Buchungsbetrags, also inklusive Preis pro Nacht und Zusatzgebühren wie Reinigung oder Haustier. Details findest du im Info-Center von Airbnb.
  • FeWo-direkt / Vrbo: je nach Modell eine Provision pro Buchung plus Zahlungsgebühren.

Prüfe am besten in deinen eigenen Abrechnungen, was du im letzten Jahr tatsächlich bezahlt hast. Das ist die Zahl, um die es geht.

Mehr Direktbuchungen, weniger ProvisionBeispiel
Vorhervon 100 Buchungen
70
20
Nachher
44
24
12
20

Statt 4 kommen 20 von 100 Buchungen direkt über deine eigene Website, ganz ohne Provision.

Booking.comAirbnbFeWo-direktDirekt

Warum du Plattformen trotzdem brauchst

Booking.com und Airbnb sind die Orte, an denen neue Gäste dich finden. Diese Reichweite selbst aufzubauen, ist teuer und langwierig. Plattformen komplett zu verlassen, ist deshalb für die meisten Gastgeber keine gute Idee.

Der bessere Weg: Neue Gäste über Plattformen gewinnen, wiederkehrende Gäste direkt buchen lassen.

So bekommst du mehr Direktbuchungen

1. Eine eigene Website mit Buchungsmöglichkeit

Eine einfache Website mit Fotos, Beschreibung, Verfügbarkeitskalender und Buchungs- oder Anfrageformular reicht. Viele Channel Manager bieten eine solche Buchungsseite an, die automatisch mit deinen Plattform-Kalendern abgeglichen wird.

2. Ein kleiner Vorteil für Direktbucher

Gib Gästen einen Grund, direkt zu buchen: ein kleiner Rabatt, ein Late-Check-out oder eine Flasche Wein zur Begrüßung. Der Rabatt kann etwas niedriger sein als die gesparte Provision, dann gewinnt ihr beide.

3. Gäste vor Ort auf die Website hinweisen

Die beste Gelegenheit ist der Aufenthalt selbst. Eine schön gestaltete Karte in der Wohnung, ein Hinweis in der Gästemappe oder eine Nachricht nach der Abreise mit dem Link zur eigenen Seite.

4. Google-Profil anlegen

Ein Unternehmensprofil auf Google mit Fotos und Bewertungen macht deine Unterkunft in der Google-Suche und auf Google Maps sichtbar und kann direkt auf deine Website verlinken.

Ein Wort zur Preisgleichheit

Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2021 darf Booking.com Gastgebern in Deutschland nicht vorschreiben, auf der eigenen Website keine günstigeren Preise anzubieten. Seit 2024 gilt das durch das EU-Gesetz über digitale Märkte europaweit. Ein Direktrabatt auf deiner eigenen Seite ist also erlaubt.

Wichtig bleibt trotzdem: Zwischen den Plattformen selbst sollten die Preise einheitlich sein. Große Unterschiede dort führen zu Verwirrung bei Gästen und können sich auf die Sichtbarkeit auswirken.

Häufige Fragen

Darf ich auf meiner eigenen Website günstiger sein als auf Booking.com?

Ja. In Deutschland ist das seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2021 erlaubt, seit 2024 durch den Digital Markets Act der EU auch europaweit. Booking.com darf dir das vertraglich nicht verbieten.

Lohnt sich eine eigene Website schon für eine einzige Ferienwohnung?

Oft ja, vor allem wenn du viele Stammgäste hast. Schon wenige Direktbuchungen im Jahr können die Kosten für eine einfache Website decken. Entscheidend ist, dass du deine Gäste aktiv auf die Seite aufmerksam machst.

Wie verhindere ich Doppelbuchungen bei mehreren Kanälen?

Mit einem Channel Manager. Er gleicht Verfügbarkeiten und Preise zwischen Booking.com, Airbnb, FeWo-direkt und deiner Website automatisch ab, sodass ein gebuchtes Datum überall sofort gesperrt ist.

Über den Autor: Maximilian Fritsch war Account Manager bei Booking.com, ist Superhost auf Airbnb mit seiner eigenen Ferienwohnung in Dresden und berät Gastgeber und Vermietungsagenturen zu mehr Buchungen. Mehr über mich · LinkedIn